470er Team Lorenz/ Gebert – Ein Rückblick
Mit der 470er - Weltmeisterschaft 2008 ist die Qualifikationserie für die Olympischen Spiele in Peking zu Ende gegangen. Die letzten drei Jahre haben wir uns mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung standen, für die erfolgreiche Qualifikation eingesetzt.
Der Umzug nach Warnemünde bzw. Rostock im Jahr 2005 sollte der erste konsequente Schritt in diese Richtung sein. Die strikte Planung unseres Studiums als zweite Priorität NACH dem Segeln war uns sehr wichtig, denn wir beide wollten neben dem Leistungssport auch unsere akademische Ausbildung fortführen.
Mit sehr viel Training am Leistungstützpunkt Warnemünde unter unserem Bundestrainer Dr. Malte Philipp und den Teilnahmen an den für alle olympischen Klassen wichitigsten Regatten (Princess-Sofia-Cup, SOF Hyères, Holland Regatta, Kieler Woche, Europameisterschaft, Weltmeisterschaft) konnten wir uns nach und nach an die TOP 20 der Welt heranarbeiten. Doch unser Ziel stand fest bzw. wurde vom Deutschen Olypmischen Sportbund (DOSB) festgesetzt: TOP 10 bei den Weltmeisterschaften (oder TOP 6 EM) im Jahr 2007. Wir trainierten an Details – versuchten, jeden noch so kleinen Fehler an uns zu finden und auszubessern.
Ein erster großer Erfolg (neben Bronzemedaille Europameisterschaft Junioren und Deutscher Meister Junioren) zeichnete sich ab: Wir konnten den Princess-Sofia-Cup in Palma im Jahre 2007 mit dem 10. Platz beenden - hier nahmen alle Topmannschaften der Welt teil, vor allem im vorolympischen Jahr üblich. Weitere Regatten standen an: Hyères, Europameisterschaft und schließlich die WM in Portugal. Hier schafften wir es – wie auch im Jahr 2006 – in die Goldgruppe, eine Platzierung unter den TOP 10 blieb aus.
Das Jahr 2007 hatte sehr gut angefangen, allerdings konnten wir unsere gute Form nicht bis zur Weltmeisterschaft beibehalten bzw. ausbauen. Die WM in Melbourne/ Australien war unser nächstes Ziel. Wir wollten die TOP 10 knacken, gaben uns mit den bisherigen Ergebnissen nicht zufrieden und planten folglich einen viermonatigen Aufenthalt in Australien, um uns für den entscheidenden Wettkampf im Januar vorzubereiten. Leider konnten wir es auch hier nicht schaffen, unser vorgenommenes Ziel zu erreichen.
Mittlerweile sind wir wieder nach Deutschland zurückgekehrt, haben uns nach dem „Urlaubssemester“ wieder bei den Universitäten rückgemeldet und studieren fleißig, um den Rückstand der vergangenen Jahre wieder aufzuholen.
Wir haben uns endgültig dafür entschieden, seglerisch getrennte Wege zu gehen, aber beide haben wir uns vorgenommen, dem Segelsport nicht den Rücken zu kehren.
Die letzten Jahre haben uns um eine Menge Erfahrung reicher gemacht und gezeigt, dass es vor allem auf die Unterstützung der Familie, Freunde und Vereine ankommt, die zu allen Zeiten hinter diesem Vorhaben gestanden und uns die Kraft und Motivation gegeben haben, bis zur letzten Wettfahrt zu kämpfen für unser – schlussendlich nicht erreichtes – Ziel, die Olympischen Spiele.
Mithilfe unserer Vereine, dem Norddeutschen Regatta Verein – dem OLYPMIC TEAM, dem Potsdamer Yacht Club und Joersfelder Segel-Club konnten wir dieses große Projekt durchsetzen und wir möchten uns an dieser Stelle nochmals für die jahrelange Betreuung, Motivation und finanzielle Hilfestellung bedanken. Ohne diese wäre solch eine Olympiakampagne nicht möglich gewesen.
Wir freuen uns mit allen deutschen Qualifizierten und wünschen Euch das Allerbeste in Peking!
Allen Nichtqualifizierten wünschen wir alles Gute für die kommenden Jahre, in 4 Jahren ist es wieder so weit...
Christopher Lorenz & Friedrich Gebert
GER 23